Interview mit Boniface Tebandeke, Arzt und Gründer der Schule

(aufgezeichnet im Oktober 2004)

Über die Schule

Mein Name ist Boniface Tebandeke. Ich arbeite für die medizinischen Abteilungen der Diözese Masaka und bin pensionierter Beamter. Seit meiner Pensionierung verfolge ich einen Traum: Die Gründung einer Schule an meinem Geburtsort.

Der Ort ist sehr schön, von Flüssen umgeben, er ist wie eine Insel, so dass die Kinder einen langen Weg in Kauf nehmen mussten, um in die Schule zu gelangen.

Viele junge Leute leben dort mit Kindern, und viele der Kinder sind Waisen.


Der Schulgründer
Boniface S. B. Tebandeke

Ich habe darüber nachgedacht, meine geerbten Gebäude dort in eine Schule zu verwandeln. Mein Traum ist wahr geworden. 237 Schüler gehen jetzt in die Schule, angefangen von einer Vorschulklasse bis zur siebten Klasse. Wenn ich mich nächstes Jahr ganz zur Ruhe setze, werde ich den größten Teil meiner Zeit dort verbringen. Bisher habe ich für Regierung gearbeitet und Medical Centers für die Regierung aufgebaut. Ich kenne mich mit also Kostenrechnungen aus.

Im Augenblick gibt es einen großen Bedarf an Bildung – guter Bildung.

Dieses Jahr haben nach zwei Jahren Schulbetrieb die ersten Schüler ihren Abschluss gemacht. Im Augenblick beschäftige ich sieben Lehrer, dazu zwei Lehrer auf Halbzeit. Einige Leute im Ort haben mich gefragt, ob ich nicht anstelle einer akademischen Ausbildung nach der siebten Klasse eine berufsbildende Ausbildung anbieten kann.

Das Gebäude ist umgeben von einem 14 Hektar großen Gelände, es ist also noch Platz für weitere Gebäude dort, und ich würde gern eine weiterführende Berufsschule einrichten, um die Absolventen der siebten Klasse dort weiter zu betreuen. Ich produziere die Steine selbst vor Ort, es sind zwei Kühe dort, die Mildch für die Kinder liefern, es gibt Anpflanzungen von Kassawa (Maniok), Früchten und den hier üblichen Kochbananen.

Meine größten Probleme sind Personal, Geld, es zu bezahlen, Material, und natürlich die Zeit, das Projekt zu verwalten. Mein größtes technisches Problem ist die Beleuchtung – die Region hat keine Elektrizität – das andere ist Wasser. Wir müssen lange Wege auf uns nehmen, um Wasser zu holen, weil dort viele Berge sind. Die örtliche Pumpe funktioniert nicht mehr und wir möchten zusätzlich einen Regenwasserspeicher bauen

Das Ministerium für Erziehung hat die Schule kontrolliert und einige kleine Änderungen veranlasst. Einige davon konnte ich umsetzen. Für die übrigen Bedingungen hoffe ich, einen Sponsor finden zu können.

Nächste Woche werde ich 74 Jahre alt, und ich hoffe, noch lange für meine Schule und die Schüler da sein zu können.

Ich habe den Anfang gemacht, aber ich habe nicht genug Vermögen, die Gebäude fertigzustellen, Transport zu finanzieren, die Ausstattung zu besorgen – einige Schüler sitzen auf Matten auf dem Boden – und ich fürchte, ich werde nicht dauerhaft in der Lage sein, die Lehrer zu bezahlen. Ich verlange kein Schulgeld, außer für Bücher und anderes Material.

Ich wäre sehr glücklich, einen guten Partner zu finden, der mir helfen kann, das Projekt zu fördern.

Aids in Uganda

Die Aidsspirale hat verheerende Auswirkungen. Die schlimmste ist, dass wir eine Menge Menschen verlieren, die im aktiven Alter sind und die große Familien hinterlassen. Was von den Familien bleibt, sind die Waisen.

Davon wird die Ökonomie unseres Landes nachhaltig gestört, ebenso wie die Bildung.

Ziemlich alle gebildeten und fähigen Menschen sind betroffen, und das bedeutet einen Niedergang unserer Entwicklung. Die meisten Familien leben als Kleinbauern. Wenn die Eltern sterben, sind die Kinder noch jung. Sie haben kein Essen, keine Erziehung, sie erfahren keine positiven Einflüsse. Das steigert auch die Verbrechensrate, weil die Kinder keinen Halt haben.

Und hier greift erneut die Spirale. Gerade diese Leute werden besonders häufig mit Aids infiziert, und so geht es weiter und weiter.

Und ebenso geht es den Menschen, die dieses Land besuchen.

Aids nimmt Menschen, die intelligent sind und gebildet, es macht keinen Unterschied zwischen Jung und Alt, Schwarz und Weiß, gebildet oder ungebildet, weise oder nicht. Es ist ein wirlich großes Problem. Es wird bereits von staatlichen Stellen bedacht, den Regierungsorganisationen, den religiösen Organisationen, den Spendern. Und obwohl alles getan wird, ist Uganda das Problem noch lange nicht los.

Die Aidssituation in Uganda wurde aktiv und umfassend in Angriff genommen, von der ugandischen Regierung und dem Präsidenten, von den vier Kirchen, die wir hier haben – den Katholiken, Protestanten, Mosems und den Hindus – und auch von Spenden und Helfern aus anderen Ländern, die unser Problem bemerkt haben und ihm ins Auge sehen. So gibt es eine Menge weltweiter Spenden für diesen Zweck.

Das heißt nicht, dass die Krankheit gestoppt ist. Die Infektionsrate ist immernoch hoch; auch die Armut ist in Uganda hoch, so dass beispielsweise viele Frauen mit Prostitution Geld verdienen. Daher gibt es immernoch eine hohe Verbreitung von Aids, gerade in der Gruppe der Jüngeren.

Es greift die jüngeren an, die Schüler ebenso wie die Lehrer und Ärzte. Es hat eine Menge Angst hervorgerufen, was sich auch in Form von Stress bemerkbar macht, ebenso wie in Lethargie und Hoffnungslosigkeit. Es frustriert die Menschen.

Die Medikamente, die wir jetzt heben, reduzieren die Schmerzen und verlängern das Leben.

Wir haben die Organisation „Uganda Cares“, die durch Fonds aus anderen Ländern gespeist wird. Wir sprechen darüber an Schulen, in den Kirchen, öffentlichen Plätzen, im Radio, Filmvorführungen – aber die Art und Weise, wie die Krankheit verbreitet wird, können viele Menschen nicht lassen.

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